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Was macht eigentlich… ein Technical Manager?

Habegger | 9. März 2026

Hinter jeder beeindruckenden Show steckt weit mehr als das, was man auf der Bühne sieht. Es beinhaltet jede Menge Planung, im Hintergrund laufen unzählige Fäden zusammen. Von der ersten CAD-Zeichnung bis zur letzten Schraube auf der Produktion: Hier ist Organisation, technisches Know-how und Nervenstärke gefragt. Wir schauen mit Peter Astor, Technical Manager bei Habegger und über 18 Jahren Berufserfahrung in der Eventbranche, hinter die Kulissen seines spannenden Arbeitsalltages.

Wie bist du Technical Manager geworden?

Eigentlich kommt jeder Technical Manager aus einem Fachbereich. Nach der Ausbildung habe ich mich auf Licht spezialisiert, danach im Rigging weitergebildet und immer mehr Verantwortung übernommen. Mit der Zeit hat mich nicht mehr nur ein einzelner Bereich gereizt, sondern die Gesamtplanung und das Zusammenspiel aller Gewerke.

Als Technical Manager musst du bereit sein, deinen ursprünglichen Fachbereich loszulassen – dafür bekommst du das grosse Ganze. Du brauchst technisches Wissen in allen Gewerken, räumliches Vorstellungsvermögen, kaufmännisches Denken und die Fähigkeit, in stressigen Situationen ruhig zu bleiben. Seit 2025 bin ich zudem Meister für Veranstaltungstechnik – das gibt mir noch mehr Sicherheit und Know-how, um Projekte effizient zu planen und umzusetzen.

Was gehört zu deinen Aufgaben?

Mein Job verbindet technisches Wissen, Organisationstalent und Koordination auf allen Ebenen. Im Büro geht es darum, Projekte vorzubereiten: CAD-Zeichnungen erstellen, Offerten kalkulieren, Absprachen mit Kunden, Projektmanagern und Sublieferanten treffen und den Material- sowie Personaleinsatz planen. Dabei ist es wichtig, den Überblick zu behalten, Details im Blick zu haben und die verschiedenen Gewerke optimal aufeinander abzustimmen.

Auf Produktion bin ich direkt vor Ort: Crew-Briefings, Sicherheitskontrollen, Bau-Timings und das Zusammenspiel aller Gewerke stehen im Vordergrund.

Wenn etwas nicht nach Plan läuft, muss ich improvisieren, schnell Entscheidungen treffen und Lösungen finden.

Welche Eigenschaften braucht man für den Job?

Technisches Verständnis ist das A und O – und zwar in allen Gewerken. Du musst Kunden gut beraten können und räumliches Vorstellungsvermögen haben, da wir viel mit 3D-Plänen arbeiten.

Flexibilität und Improvisationsfähigkeit sind ausserdem in meinem Job extrem wichtig. In unserer Branche läuft selten alles nach Plan und dann muss man schnell reagieren können.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Einen typischen Tag gibt es bei mir nicht – jeder Tag gestaltet sich anders. Im Büro wechseln sich Meetings, CAD-Planungen, Abstimmungen mit Fachbereichen und Kunden sowie das Einholen von Offerten ab. Oft verlängern sich die Arbeitstage, wenn kurzfristig Anpassungen notwendig sind. Sagt ein Lieferant ab, muss ich sofort überlegen, woher ich das Material bekomme und wie wir die Planung anpassen.

Peter, 2. v.l. beim Team Briefing

Auf Produktionen hängt alles vom jeweiligen Projekt ab. Bei Corporate Events folgen die Abläufe meist klaren Strukturen – Aufbau, Probe, Show, Abbau. Bei Sport- oder Entertainment-Events, wie zum Beispiel dem Super10Kampf, gibt es dagegen fast täglich Auf- und Abbau, ständige Bewegung auf der Fläche und permanente Kontrolle von Sicherheit, Timing und Abläufen.

Wie arbeitet ihr im Team und mit Kunden zusammen?

Mein direkter Ansprechpartner ist meist der Projektmanager oder der Kunde. Zusätzlich arbeite ich eng mit den Bereichsleitern und der Creation zusammen. Dabei geht es um viel mehr als reine Technik – jedes Detail zählt. Ich muss genau wissen, wie viele Personen auf der Bühne stehen, welche Technik sie benötigen und wie der Content abgespielt wird. Man kann ja nicht pauschal für jeden Event fünf Mikrofone einplanen – am Ende stehen vielleicht 20 Redner auf der Bühne.

Ein grosser Vorteil ist unser firmeneigenes ERP-Tool HIS. Dort läuft alles zusammen: Materialverwaltung, Personalplanung, Transport und Zeitmanagement. Alles ist zentral, transparent und perfekt auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten – das erleichtert die Projektkoordination enorm.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spass?

Die Abwechslung! Kein Projekt ist wie das andere. Sonderbauten, neue Materialien, technische Herausforderungen – das motiviert mich jedes Mal aufs Neue.

Wenn am Ende alles funktioniert und der Kunde zufrieden ist, ist das ein grossartiges Gefühl.

Ein Highlight war die BKW Generalversammlung nach dem Pitch-Gewinn 2023, bei der wir komplett neues Material für das Bühnendesign eingesetzt haben. Anfangs war das eine echte Herausforderung – aber als die Lösungen sich dann gefunden hatten, war das ein wahnsinniges Erfolgserlebnis.

Was begeistert dich an deinen Projekten am meisten?

Ich liebe die Mischung: Corporate Events mit hochwertigen technischen Anforderungen, aber auch Musik- oder Sportevents, bei denen die Emotionen im Publikum einfach überwältigend sind. Wenn im Hallenstadion Tausende Menschen jubeln und mitfiebern – dann weiss ich: Genau dafür mache ich das.

Ein ganz spezielles Projekt war Art on Ice 2022. Für diese Eiskunstlaufshow gab es einen riesigen Baum auf der Bühne – unser Ziel war, ihn so zu bauen, dass er tourtauglich ist, schnell auf- und abgebaut werden kann und trotzdem sicher und handhabbar bleibt. Ein echter Sonderbau, der technische Planung und Kreativität perfekt kombiniert hat.

Was würdest du jungen Eventtechnikern raten, die Technical Manager werden wollen?

Sammelt so viel Erfahrung wie möglich! Jede Produktion, jedes Land, jede Crew bringt euch weiter. Erfahrung ist das, was euch in stressigen Situationen Ruhe gibt und euch die richtigen Entscheidungen treffen lässt.

Und vernetzt euch – es ist für jedes Projekt Gold wert, Kontakte zu haben, auf die ihr bei Bedarf zurückgreifen könnt.

Wie schaltest du nach der Arbeit ab?

Ehrlich gesagt: Die Arbeit ist auch mein Hobby. Ich habe grosse Freude an dem, was ich tue. Während einem Projekt bin ich ständig am studieren, denke an Lösungen und Verbesserungen. Aber klar, zwischendurch braucht es auch Pausen. Dann verreise ich gerne für eine längere Zeit, um neue Energie zu tanken.

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