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Was macht eigentlich… ein Scenographer

Habegger | 28. Juli 2026

Als Scenographer bei Habegger gestaltet Leonie Konzepte für Räume, die mehr sind als eine Kulisse – sie erzählen eine Geschichte. Im Interview gibt sie Einblicke in ihren Arbeitsalltages, warum sie für die Szenographie erst einen Umweg über Architektur, Theater und Film machte und was ihren Blick auf Räume heute prägt.

Leonie startete ihre Karriere in der Architektur. Jedoch merkte sie dort, dass ihr etwas fehlte. Nicht das Gestalten an sich – sondern die Nähe zum fertigen Ergebnis. Deshalb wechselte sie ans Theater, bevor sie an der Filmakademie Ludwigsburg Production Design studierte. Diese Stationen führen sie schlussendlich in die Szenographie.

Geprägt hat sie vor allem der Filmbereich: Fast acht Jahre arbeitete Leonie an internationalen Produktionen wie Hunger Games oder Queen’s Gambit in Berlin. In dieser Zeit entwickelte sie ein feines Gespür für Atmosphäre, Bildwirkung und räumliche Dramaturgie – Kompetenzen, die sie heute bei Habegger in Events, Visitor Center oder Messeauftritte einbringt.

Räume, die erzählen

Für Leonie steht nie das einzelne Objekte im Fokus, sondern das Zusammenspiel: Räume sollen eine Geschichte transportieren und Besuchende intuitiv durch eine Inszenierung führen. Licht, Proportionen, Materialität und Wegführung greifen dabei ineinander und prägen, wie ein Raum erlebt wird. Genau diese ganzheitliche Arbeitsweise ist bei Habegger zentral – in enger Zusammenarbeit mit Konzeption, Projektmanagement, Technik und Creation entsteht aus Ideen ein stimmiges Gesamterlebnis.

Leonie denkt deshalb nicht in statischen Kulissen, sondern in Abläufen: Wie beginnt ein Raum? Wo öffnet er sich? Wie werden Menschen durch eine Inszenierung geführt? Genau darin liegt für sie der Reiz der Szenografie – dass Gestaltung nicht nur sichtbar ist, sondern spürbar wird.

Zwischen Konzept, Material und Realität

Einen grossen Teil ihrer Arbeit verbringt Leonie am Schreibtisch, jedoch nie losgelöst vom Endprodukt. Im engen Austausch mit Kunden und dem Creation Team entwickelt sie Konzepte, führt Machbarkeitsstudien durch und übersetzt Ideen in reale Lösungen. Damit am Ende ein schönes Erlebnis entsteht, braucht es zudem einen sehr praktischen Blick. Materialien müssen nicht nur zur Idee passen, sondern auch ins Budget und in den Zeitplan.

Gute Konzepte entstehen nicht losgelöst von der Realität, sondern immer im Zusammenspiel mit technischen, räumlichen und finanziellen Vorgaben.

Es geht nicht nur darum, rein etwas zu entwerfen, sondern um Lösungen zu finden. Räumliches Denken, Organisation und Kommunikation gehören deshalb genauso dazu wie gestalterisches Gespür.

Wichtig für den Job findet Leonie auch die Fähigkeit, unter Druck ruhig zu bleiben. Zeit nennt sie als grössten Stressfaktor: Oft laufen mehrere Projekte parallel, während der Anspruch an die Qualität hoch bleibt.

Von der Visualisierung zur Wirkung

Highlight am Beruf ist der Moment, in dem aus einer Idee ein realer Raum entsteht. Wenn Skizzen, Modelle und 3D-Renderings aus dem Tool «Unreal Engine» plötzlich gebaut vor einem stehen – etwa bei Messeauftritten wie für Skan oder bei Konzepten für Bildungs- und Erlebnisräume. Entscheidend ist für die Szenografin nicht die Grösse der Produktion, sondern jene Momente, in denen eine Inszenierung das erreicht, was sie soll: dass man einen Raum betritt, sofort die Botschaft wahrnimmt und eine Emotion auslöst.

In der Architektur vermisste Leonie einst die Unmittelbarkeit. Auch wenn sie heute in der Eventbranche oft an temporären Räumen arbeitet, denkt sie deren Wirkung und langfristigen Einfluss von Anfang an mit. Nachhaltigkeit beginnt für sie nicht erst bei der Umsetzung, sondern bereits im Konzept. Durch modulare Systeme, wiederverwendbare Materialien und den bewussten Umgang mit bestehenden Elementen entstehen Räume, die für den Moment geschaffen sind, aber weit darüber hinaus gedacht und verwendet werden.

Ein Beruf, der Haltung braucht

Leonie erzählt ihren Beruf nicht als starres Berufsbild. Dafür sind die Wege in die Szenografie zu unterschiedlich, auch ihr Weg zu Habegger zeigt das deutlich. Klar wird vielmehr, was es dafür braucht: ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, ein Gespür für Atmosphäre, Offenheit für Zusammenarbeit und die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue Orte, Themen und Anforderungen einzulassen. Genau diese Mischung prägt den Beruf.

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