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Habegger around the world: Internationale Shows, ein Standard

Habegger | 29. April 2026

Im Rahmen unserer Kampagne «Habegger around the world» haben wir mit Christoph Runne gesprochen. Er ist Show Director und Team Leader Show Direction bei Habegger. Mit seiner langjährigen Erfahrung in internationalen Grossprojekten – von Corporate Management Meetings bis zu Sport Events – gibt er spannende Einblicke, wie kreative Konzepte entstehen, welche Rolle der Opening Moment spielt und worauf es bei internationalen Corporate Anlässen wirklich ankommt.

Christoph, wie bist du ins internationale Eventgeschäft gekommen?

Ich habe 2012 bei der Leichtathletik-EM in Helsinki erste internationale Erfahrungen gesammelt, damals noch als Hospitant, um zu verstehen, wie ein solcher Anlass funktioniert und wo Potenzial liegt. Diese Zeit war ein grosses Learning für uns als Habegger Team. Ein Jahr später konnten wir bei der Hallen-EM in Göteborg bereits eigene Konzepte prüfen. Richtig los ging es 2014 mit der Leichtathletik-EM in der Schweiz, bei der ich eine tragende Rolle hatte.

 

Seit 2016 betreue ich zudem die Management Meetings von mehreren Gross-Konzernen auf globaler Ebene – jeweils mit klar internationaler Event-Ausrichtung. Diese langjährigen Partnerschaften sind geprägt von Vertrauen und enger Zusammenarbeit. Dabei war ich in zahlreichen Ländern im Einsatz: Griechenland, Italien, Spanien, Schweden – quer durch Europa, aber auch immer wieder in den USA und anderen Übersee-Destinationen. Im Schnitt begleite ich drei grosse internationale Produktionen pro Jahr, insgesamt sind es mittlerweile 45 bis 50 Projekte – von Corporate Anlässen bis zu internationalen Sportveranstaltungen.

Was verstehst du unter internationalen Events?

Ein internationaler Event muss nicht zwingend im Ausland stattfinden. Auch ein Management Meeting in der Schweiz mit internationalem Publikum, anderer Sprache und anderer Kultur zählt dazu. Die Schweiz ist ein Hotspot für Kongresse und globale Veranstaltungen – viele internationale Events finden quasi vor der Haustür statt.

Was unterscheidet Corporate Events von Sportveranstaltungen?

Corporate Events sind meist schlanker geplant, aus Effizienzgründen. Häufig geht es um Management-Meetings, Produktpräsentationen oder Unternehmensveranstaltungen. Hier ist der Show Director von Beginn an eng in die Konzeption eingebunden und prägt den Ablauf massgeblich.

Bei Sportveranstaltungen ist die Organisation kleinteiliger, es gibt mehr Sub-Aufträge und diverse Beteiligte. Trotzdem gilt für beide Welten:

Der Opening Moment setzt den Ton und die Wahrnehmung für die gesamte Veranstaltung.

Gerade bei Corporate Events ist dieser Moment entscheidend. Ein hochwertiges, ästhetisches und emotionales Opening macht den gesamten Anlass spannend und attraktiv – selbst wenn danach «nur» Präsentationen folgen. Ist der Auftakt lieblos, fehlt die Aufmerksamkeit, verliert das Publikum schnell das Interesse und die Botschaften verpuffen. Gleichzeitig wird durch ein starkes Opening die Erwartungshaltung aufgebaut und Neugier auf das, was folgt, geweckt.

Was unterscheidet die Dramaturgie von Corporate und Sport Events?

Bei Corporate Events stellen wir zu Beginn die Frage: Warum sind wir hier? Was wollen wir erreichen? Diese Zielorientierung prägt die gesamte Dramaturgie. Sport Events hingegen fragen: Was will uns der Anlass mitgeben?

Sport Events sind dichter und schneller, mit Höhepunkten, die direkt aufeinander folgen. Die Dramaturgie muss teilweise bestehende Vorgaben einbinden, wie bei der Eröffnung der Youth Olympic Games: Hymnen, Fahnen, Einmarsch – alles ist fix, die kreative Umsetzung liegt bei uns. Unsere Aufgabe ist es, diese starren Elemente so in die Story einzubinden, dass sie lebendig wirken und trotzdem eine emotionale Kraft entfalten.

Wie geht ihr an die Entwicklung kreativer Konzepte heran?

Ein internationaler Corporate Event ist kein Incentive, oft ist es ein Call of Urgency: Die Marktbedingungen ändern sich, darum seid ihr hier, wir müssen reagieren. Solche Events sind Arbeit für die Zielgruppe, nicht nur Vergnügen.

Der Ton des Openings bestimmt die Wahrnehmung des Events. Die Wirkung ist viel intensiver, wenn Storytelling den Auftakt prägt, statt dass der CEO sofort mit seiner Rede beginnt. Ziel ist es, das Publikum abzuholen und einzustimmen, damit der Chef die volle Aufmerksamkeit bekommt.

Bei Sport Events gelten andere Bedingungen: Aufregung, Euphorie und Erwartungen sind bereits da, der Auftakt ist der Startschuss, und das Maximum an Freude muss in kürzester Zeit erzeugt werden. Corporate Events dauern oft ein oder zwei Tage, um alle Teilnehmenden zu erreichen.

Ein zentraler Erfolgsfaktor bei uns ist die enge Zusammenarbeit zwischen Kreation und Technik. Bei Habegger sitzen beide Teams im gleichen Haus – so entwickeln wir Lösungen gemeinsam und wissen genau, welche Dimensionen Bühne oder LED-Wand für den Live-Moment benötigen.

Was zeichnet dein Team bei Habegger besonders aus?

Wir sind ein eingespieltes Team und ergänzen uns perfekt. Unsere Stärke liegt darin, dass wir genau wissen, wie Dinge live wirken. Agenturen, die nur am Computer planen, fehlt manchmal das Gespür für Dimensionen – wir wissen, welche Grösse eine LED-Wand oder Bühne wirklich braucht.

Ein Live-Publikum ist dynamisch, es reagiert, interagiert und lässt sich ablenken. Ein Live-Publikum ist nicht wie im Kino, wo es stillsitzt. Aufmerksamkeit muss man sich verdienen – immer wieder. Dieses Gespür für die Wirkung auf das Publikum ist unsere Stärke.

Wie integriert ihr Markenbotschaften, Storytelling und Corporate Identity in die Inszenierung?

Bei Corporate Events geht es weniger um plakative Markenbotschaften als darum, den Stolz für die eigene Marke spürbar zu machen. Manager sollen denken: «Cool, hier zu arbeiten.» Gleichzeitig darf es nicht zu luxuriös wirken – niemand soll den Eindruck erhalten, es werde Geld zum Fenster hinausgeworfen.

Spannend wird es, wenn Unternehmen neben ihrem Corporate Design ein eigenes Event Branding schaffen. Das eröffnet viele kreative Möglichkeiten im Storytelling und wirkt für die Zielgruppe aufregender. Grosse Sportevents machen das schon lange – man denke nur an das Branding einer Fussball-WM.

Bei Habegger sitzen Konzepter und visuelle Gestalter im gleichen Büro, so entstehen Event CI und Geschichten Hand in Hand.

Was sind die Erfolgsfaktoren für Kreativ-Konzepte auf einem internationalen Grossanlass?

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Showacts und Lieferanten, die die Stadt und Kultur kennen. So lassen sich Storytelling-Elemente optimal einbinden.

Beispiel: Eine Roadshow zum 100-jährigen Jubiläum, die auf jedem Kontinent einen grossen Anlass beinhaltet. Schon in der Planung stimmen wir die Struktur mit lokalen Veranstaltern ab. So entsteht Identifikation und Motivation – die Teams vor Ort werden aktiv in die Umsetzung einbezogen.

Welche internationalen Erfahrungen haben dich besonders geprägt?

Ein Highlight war ein Management-Meeting mit einem Orchester, das zunächst hinter einer LED-Wand verborgen war. Als es enthüllt wurde, war die Überraschung perfekt. Mit dieser Inszenierung gewannen wir den Xaver Award 2022. Solche Momente bleiben unvergesslich.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen: Unterschiedliche Kulturen und Arbeitsweisen verlangen Flexibilität. In Mitteleuropa arbeiten Gewerke sehr selbstständig, anderswo ist es hierarchischer. Arbeitet man in der Schweiz mit fünf Personen, braucht es im südlichen Ausland oft 15. Dann gibt es das berühmte «Yes, yes, no problem» – man glaubt, alles sei geklärt, und am Ende passiert doch nichts. Damit muss man lernen umzugehen.

Wie stellt ihr sicher, dass Konzepte international verständlich sind?

Musik ist für uns ein universelles Mittel, da Emotionen weltweit verstanden werden. Humor funktioniert kulturell sehr unterschiedlich. Zudem arbeiten wir immer mit lokalen Partnern zusammen, die die Kultur kennen und wertvolle Inputs ins Storytelling einbringen. Unser globales Netzwerk, etwa über die AV Alliance, gewährleistet, dass Standards und Qualitätsansprüche weltweit eingehalten werden.

Was sind die häufigsten Fehler bei Corporate Openings?

Ein grosser Fehler ist, wenn die Aufmerksamkeit nicht richtig gelenkt wird. Ich erinnere mich an einen aufwendig produzierten Opening-Film, der seine Wirkung verlor, weil im Saal noch Unruhe herrschte. Die ersten 10–15 Sekunden gingen unter, da das Publikum noch Gespräche führte. Eine gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit ist essenziell.

Welchen Rat gibst du Unternehmen, die erstmals eine internationale Opening Ceremony planen?

Früh überlegen: Was ist es uns wert? Viele wollen ein grosses Opening für wenig Budget – am Ende wird massiv gekürzt. Mein Rat: Eine Machbarkeitsstudie zu Beginn, um klar zu definieren, welcher Teil des Budgets realistisch ins Opening fliesst. Darauf aufbauend planen wir die Konzeption.

Persönliches Fazit

Internationale Events leben von starken Openings, kulturellem Feingefühl und enger Zusammenarbeit von Kreation und Technik. Für mich persönlich ist das Schönste, wenn das Publikum überrascht, berührt und inspiriert aus einem Event geht – mit einem Strahlen im Gesicht. Dann weiss ich: Wir haben gute Arbeit geleistet.

8 Tipps: Planung internationale Events

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Habegger around the world

Erhalte in unserer Interview-Reihe «Habegger around the world» weitere spannende Einblicke rund um internationale Grossveranstaltungen, Eventtechnik und globale Projektführung. Unsere Experten André Strebel, Project Manager International Large Scale Projects und Dirk Vennemann, Global Key Account teilen ihre Erfahrungen aus internationalen Projekten – von Sport- und Corporate-Events bis hin zu Opening Ceremonies und Brand Activations weltweit.

Podcast Episode: Internationale Events & Interkulturelle Feinheiten

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