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Habegger around the world: Eventtechnik & Power Management im internationalen Einsatz

Habegger | 29. April 2026

Im Rahmen unserer Kampagne «Habegger around the world» sprechen wir mit André Strebel, Project Manager International Large Scale Projects bei Habegger. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Eventtechnik und im Power Management gibt er spannende Einblicke, wie internationale Grossveranstaltungen technisch umgesetzt werden, worauf es bei Planung und Logistik wirklich ankommt und welche Herausforderungen man in verschiedenen Ländern meistern muss.

André, wie bist du ins internationale Eventgeschäft hereingewachsen?

Meine Laufbahn begann klassisch in der Eventtechnik, mit Fokus auf Licht und Video. Der erste internationale Einsatz kam 2009 in Südafrika, kurz darauf folgte die FIFA-Weltmeisterschaft 2010, die den Beginn meiner internationalen Projekte markierte. Ab da betreute ich Grossprojekte praktisch nur noch im Ausland. Mittlerweile bin ich durchschnittlich 120 Tage im Jahr im Ausland, im letzten Jahr sogar 260 Tage.

André Strebel, Project Manager International Large Scale Projects bei Habegger

Seit Südafrika begleite ich jährlich internationale Grossveranstaltungen – von Sportevents wie dem Champions League Final, International Olympic Committee, der Fan Zone in Doha, Beachsoccer Stars Award Night in Dubai, Fussball EM 2012 in Polen und der Ukraine oder den Olympischen Sommerspielen in London bis hin zu Corporate Events. Dabei habe ich gelernt, wie wichtig interkulturelle Sensibilität, akribische Planung und Erfahrung im Umgang mit komplexer Technik und Stromversorgung sind.

Was unterscheidet internationale Projekte von nationalen?

In der Schweiz bekommt man fast alles innert 24 Stunden organisiert – es gibt kaum etwas Event-Relevantes, das nicht verfügbar oder organisierbar ist. Im Ausland sieht das ganz anders aus: Dort zählen Netzwerk, Erfahrung, Improvisation und manchmal auch eine Portion Glück.

Ein Beispiel: Für ein Projekt in Buenos Aires mussten Drucksachen kurzfristig nachproduziert werden. Die Muster sahen beim lokalen Hersteller perfekt aus, doch die tatsächliche Qualität war weit davon entfernt. Am Ende haben wir die Prints in Deutschland drucken lassen, zwei Praktikanten ins Flugzeug gesetzt und die Lieferung direkt am Flughafen übernommen. Solche Situationen zeigen: Fehler passieren immer, man braucht gute Nerven und muss stets lösungsorientiert denken. Entscheidend ist, wie schnell man reagiert und den Event trotzdem reibungslos über die Bühne bringt.

In diesen Grössenordnungen, wo wir unterwegs sind, gibt es keinen Anlass, der verschoben wird.

Die grössten Herausforderungen?

Die grössten Hürden liegen in der Logistik, den Reiseformalitäten, Verzollungen und den unterschiedlich ausgeprägten Standards vor Ort. In einigen Ländern gibt es nur wenige Lieferanten oder kaum Know-how, sodass wir ganze Container aus der Schweiz verschiffen müssen – manchmal sogar günstiger, als lokal zu mieten. Klimatische Bedingungen, enge Räume oder schwierige Infrastruktur kommen zusätzlich hinzu. Jedes Land bringt eigene technische, logistische und kulturelle Herausforderungen mit.

Wie gehst du mit internationalen Vorschriften und Standards um?

Viele Länder verfügen nicht über eine etablierte Eventindustrie wie wir sie aus der Schweiz kennen. Regulatorien sind oft unklar, lückenhaft oder werden aus anderen Branchen übernommen – etwa der Bauindustrie – was insbesondere temporäre Strominstallationen erschwert. Um internationale Projekte erfolgreich umzusetzen, bringen wir deshalb unsere Schweizer Standards ins Ausland. Das betrifft Sicherheit, Materialqualität und Technik.

Ein zentraler Teil meiner Arbeit ist zudem, lokale Lieferanten und Lager persönlich zu prüfen. Ich kontrolliere, welches Material wirklich verfügbar ist und ob es unseren Anforderungen entspricht. Nur so können wir sicherstellen, dass Qualität und Verlässlichkeit auch international auf dem gleichen hohen Niveau gewährleistet sind.

Was braucht es, um internationale Projekte erfolgreich zu planen?

Akribische Vorbereitung ist der Schlüssel. Ich informiere mich im Vorfeld über Vorschriften, kulturelle Besonderheiten und mögliche Stolpersteine. Dabei helfen mir Kontakte, Netzwerke und der ständige Austausch mit Arbeitskollegen, die bereits in der Region gearbeitet haben.

Besonders wichtig ist unser AV Alliance Netzwerk sowie unsere präferierten Netzwerklieferanten, die weltweit Rental-Networks betreiben. So wissen wir, dass die Qualität stimmt und wir überall auf verlässliche Partner zugreifen können.

Im Team müssen wir immer den Fokus darauf gerichtet haben, was wir als Dienstleister liefern müssen und was der Kunde von uns erwartet. Unternehmen führen ihre internationalen Projekte nicht umsonst mit uns durch, weil sie die gewohnte Qualität auch im Ausland haben möchten.

Wie wichtig ist interkulturelle Sensibilität?

Extrem wichtig. Die Unterschiede zwischen Kulturen sind enorm – ob im Mittleren Osten, in Nordamerika oder in Südamerika. Menschen arbeiten, leben und kommunizieren anders. Darauf muss man sich einstellen, sonst funktioniert es nicht. Interkulturelle Anpassungsfähigkeit ist deshalb genauso wichtig wie technisches Know-how.

Die grösste Stolperfalle ist meist das Zwischenmenschliche: Arroganz ist immer fehl am Platz, Anpassung ist gefragt. Grossprojekte erfordern immer eine gesunde Portion Gelassenheit, die man nicht nur selbst behalten, sondern auch ausstrahlen muss. Nur so spürt der Kunde die Sicherheit, die für ein erfolgreiches Event entscheidend ist.

Welches Projekt ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Ganz klar die International Olympic Committee 2017 in Lima. Wir mussten sieben Stockwerke in einem einzigen Gebäude gleichzeitig bespielen. Logistisch ein Albtraum! Dazu kamen acht Container Material aus der Schweiz, weil vor Ort schlicht nicht genug verfügbar war.

Besonders prägend war aber der menschliche Aspekt: Was wir in der Schweiz mit fünf Personen umsetzen, braucht dort 20-25. Nicht wegen fehlendem Know-how, sondern weil so viele Menschen wie möglich Arbeit erhalten sollen, um ihre Familien zu ernähren. Solche Erfahrungen rütteln einen wach und erweitern den Blick über das rein Technische hinaus.

Was reizt dich besonders am internationalen Eventbusiness?

Die Abwechslung. Jedes Projekt bringt neue Rahmenbedingungen. Es ist immer wieder eine neue Challenge, keine Monotonie im Arbeitsalltag. Lösungen zu entwickeln, die überall funktionieren und den Moment zu erleben, wenn Technik, Crew und Konzept perfekt zusammenspielen. Selbst bei wiederkehrenden Projekten ist nichts identisch. Es ist wie Bungee-Jumping, immer wieder ein Nervenkitzel, aber genau das macht die Arbeit spannend.

Wie setzt Habegger mit Eventtechnik und Power Management Grossprojekte zuverlässig um?

Wir sind in der Branche bekannt dafür, extrem genau und detailverliebt zu arbeiten. Jede Eventualität wird eingeplant, jede Lösung mehrfach geprüft.

Unsere Expertise umfasst nicht nur die Planung, sondern auch die kontinuierliche Überwachung während des Events.

Wir analysieren die Belastungskurven der Stromnetze und können so frühzeitig auf Schwankungen reagieren. Das garantiert maximale Sicherheit für alle technischen Systeme.

Beim Power Management gibt es keine Kompromisse. Stromnetz und Spannung unterscheiden sich von Land zu Land, Netzstabilität und Sicherheitsstandards variieren erheblich. Deshalb planen wir von Anfang an komplette Redundanzsysteme: Generatoren, UPS-Anlagen und Batteriepuffer sorgen dafür, dass alle kritischen Systeme wie Videoserver, Signal-Ketten oder Mischpulte kontinuierlich betrieben werden können. Die teuersten und heikelsten Geräte sind zusätzlich geschützt. Ein Stromausfall darf weder Licht noch Kommunikation oder Übertragung stoppen.

Auch das Thema Sicherheit ist zentral: FI- bzw. RCD-Schalter, die bei uns selbstverständlich sind, fehlen in vielen Ländern komplett. Wir integrieren solche Standards konsequent – so wie unsere Kunden es aus der Schweiz gewohnt sind.

Früher haben wir jährlich zwei bis drei internationale Grossprojekte umgesetzt – heute sind es rund 50 pro Jahr. Diese Erfahrung ist einer unserer grössten USPs und der Grund, warum uns Kunden weltweit vertrauen.

Power Management in der Praxis: Welche technischen Systeme sind besonders kritisch?

Bei internationalen Grossveranstaltungen sind Stromversorgung und Kommunikation die kritischsten Punkte. Alles muss reibungslos funktionieren: Interkom, Funkverbindungen, Signalübertragungen. Verlassen wir uns auf WhatsApp, kann ein vollbesetztes Stadion komplett zusammenbrechen. Deshalb empfehlen wir ein eigenes internes Kommunikationsnetz – die Investition lohnt sich. Selbst wenn externe Dienste ausfallen, können wir so alle kritischen Abläufe steuern.

Welche Tipps gibst du Veranstaltern?

Meine Empfehlung ist die verantwortlichen Planer so früh wie möglich einzubinden. Je mehr Zeit, desto besser können wir Stolpersteine vermeiden. Ein Site Visit ist Pflicht: Nur wenn man die Situation selbst gesehen hat, weiss man, worauf man sich einlässt.

Beim Strom gilt: Lieber mehr prüfen als zu wenig. Prüfe die Stabilität der Netze, notwendige Redundanzen und verfügbare Statistiken zu Ausfällen. Power Management ist nicht nur technisch, sondern auch sicherheitsrelevant. Ohne Strom läuft kein Event.

Persönliches Fazit

Internationale Events sind herausfordernd, aber auch unglaublich spannend. Kein Projekt gleicht dem anderen – neue Kulturen, neue Gegebenheiten, neue Teams. Wer Gelassenheit, Flexibilität und akribische Planung kombiniert, schafft unvergessliche Erlebnisse für das Publikum. Für mich persönlich ist der schönste Moment, wenn alles funktioniert, das Event läuft und das Publikum begeistert ist – dann weiss ich, wir haben gute Arbeit geleistet.

8 Tipps: Planung internationale Events

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Habegger around the world

Erhalte in unserer Interview-Reihe «Habegger around the world» weitere spannende Einblicke rund um internationale Grossveranstaltungen, Eventtechnik und globale Projektführung. Unsere Experten Christoph Runne, Show Director und Dirk Vennemann, Global Key Account teilen ihre Erfahrungen aus internationalen Projekten – von Sport- und Corporate-Events bis hin zu Opening Ceremonies und Brand Activations weltweit.

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