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Habegger around the world: Internationale Markeninszenierung

Habegger | 29. April 2026

Mit der Kampagne «Habegger around the world» werfen wir einen Blick hinter die Kulissen internationaler Grossprojekte der Live Matters Gruppe – einem globalen Netzwerk, zu dem Habegger Schweiz, Habegger Austria und satis&fy gehören. Menschen, die weltweit Marken zum Leben erwecken, erzählen von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und Highlights.

Dirk Vennemann und Nike

Dirk Vennemann, Global Key Account für internationale Projekte

Auf ein Wort mit Dirk Vennemann, bei allen nur «Venne» genannt. Seit über 30 Jahren prägt er bei satis&fy die internationale Eventlandschaft und ist heute als Global Key Account für internationale Projekte tätig. Kaum jemand kennt die Dynamik globaler Markenauftritte so gut wie er – besonders wenn es um einen seiner langjährigsten Kunden Nike geht.

Im Interview erzählt Venne, wie alles begann, was ihn an internationalen Projekten fasziniert und warum Authentizität in der Markeninszenierung entscheidend für den Erfolg ist.

Wie bist du in die Eventwelt eingestiegen und was machst du heute?

Ich bin tatsächlich während des Studiums ein bisschen reingestolpert. 1993 fing ich bei satis&fy an und habe alles Mögliche gemacht: Licht, Rigging, Truckfahren. Irgendwann kam ich ins Projektgeschäft und übernahm mehr Verantwortung. Mitte der 90er übernahm ich dann unseren Kunden Nike, was mir von Anfang an grossen Spass machte – die «lockeren» Amerikaner waren eine tolle Abwechslung von den anderen Kunden.

Ende der 90er kamen erste Aufträge direkt vom Nike HQ in den USA. Ich war regelmässig drüben, habe die Beziehungen vertieft und so unsere globalen Nike-Projekte aufgegleist. 2012 eröffneten wir dann unser Büro in Portland, das stark aus diesen Kontakten entstand. Ich war damals im Vorstand, legte das Mandat aber nieder, um mich voll auf Nike und den Aufbau unseres US-Geschäfts zu konzentrieren.

Von 2013 bis 2023 habe ich in den USA gelebt. Eine intensive Zeit, in der ich tief in die amerikanische Eventkultur eingetaucht bin. Diese Jahre haben meinen Blick auf internationale Projekte stark geprägt.

In meiner heutigen Position bin ich dafür zuständig, dass die richtigen Teams aus der Live Matters Gruppe unsere internationalen Projekte umsetzen. Ich betreue keine Projekte mehr direkt, sondern bringe sie auf den Weg, pflege die Kundenkontakte und ziehe weitere Projekte an Land. Nike bleibt aber ein roter Faden durch meine gesamte Karriere.

Welche Art von Projekten prägen deinen Alltag?

Über die Jahre waren das vor allem grosse internationale Sportereignisse: Olympische Spiele, Fussball-Weltmeisterschaften oder die Winterspiele in Milano Cortina 2026. Dazu kommen Events um den Super Bowl oder das NBA All-Star Weekend – jeweils riesige Produktionen mit grossen Budgets in den USA.

Viele dieser Projekte sind B2C-Aktivierungen: Brand Experiences, bei denen es darum geht, Produkte emotional und erlebbar zu machen.

Was reizt dich besonders an internationalen Projekten?

Ganz klar: das Reisen und das Eintauchen in andere Kulturen. Du lernst neue Menschen, Sprachen und Mentalitäten kennen, das ist immer wieder spannend. Gleichzeitig auch die Herausforderungen, weil die Rahmenbedingungen in jedem Land anders sind: andere Regeln, Zoll, Logistik, Kommunikation. Du brauchst Teams, die Englisch sprechen und Lust haben, auch mal länger von zuhause weg zu sein. Aber genau das macht’s ja interessant.

Und ja ich geb’s zu: nach Paris zu fahren ist definitiv aufregender als nach Wanne-Eikel – no offense. (lacht)

Gibt es ein Projekt, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Definitiv Peking 2008, zur Vorbereitung der Olympischen Spiele. Wir haben neben der Verbotenen Stadt vor einem Tempel eine LED-Bühne aufgebaut, auf der die chinesischen Team-Kits vorgestellt wurden. Eine völlig unerwartete und damals noch ungesehene Inszenierung.

Logistisch war das ein Wahnsinn: Material für die LED-Bühne kam von vier Kontinenten. Es für die damalige Zeit ein echtes Statement und innovativ, inspiriert von einer George-Michael Tour. Es war kalt, nass, dunkel, aber das Erlebnis war einmalig. Wir haben mit den lokalen Teams durchgearbeitet, sind nachts auf der Suche nach Material durch die Stadt gestreift, haben mit den Einheimischen gegessen und gefeiert. Solche Momente bleiben.

Was sind die grössten Unterschiede zwischen Corporate- und Sportevents?

Bei Sportevents ist entscheidend, ob man Sponsor ist oder nicht. Ohne Sponsoring hat man nicht überall Zugang, bestimmte Zonen sind für Aktivierungen gesperrt. Das macht einen grossen Unterschied.

Und dann natürlich die lokalen Ressourcen, bei Grossveranstaltungen sind diese oft knapp. Gute Vorbereitung ist alles. «Mangelnde Vorlaufzeiten kosten Geld», das ist eines der wichtigsten Learnings.

Welche Faktoren sind besonders kritisch?

Vorlaufzeit, Budgetplanung und Stakeholder-Management – alles hängt zusammen. Das bedarf Planung: was ist wo qualitativ besser, wie sind die lokalen Ressourcen, was macht ökonomisch und ökologisch Sinn. Daraus resultiert oft, dass wir Bauteile oder Technik in Deutschland produzieren und zum Eventort ins Ausland verschicken.

Mit unseren Büros in Portland und Brooklyn sind US-Projekte beispielsweise heute keine internationalen Projekte mehr, sondern lokale. Das ändert vieles.
Dazu kommt unser globales Partnernetzwerk, wie z.B. die AV Alliance in Asien, Europa und den USA. Man kennt sich, man vertraut sich. Das ist Gold wert, wenn’s um Qualität und Zuverlässigkeit geht.

Was können Corporate-Kunden von euren internationalen Erfahrungen lernen?

Ganz wichtig: Der globalen Marke treu bleiben, dabei lokal authentisch sein.
Das bedeutet immer eine Gratwanderung. Aber ein Basketball-Event im Norden von Paris funktioniert anders als eines in Harlem.

Wenn du willst, dass dein Event für deine Zielgruppe relevant ist, brauchst du lokale Partner, die wissen, wie diese lokale Zielgruppe tickt.

Auch wenn ich sehr oft in Paris war – ich kenne die Jugendkultur dort nicht so wie ein Pariser. Darum holen wir uns lokale Akteure ins Boot.

Wie gelingt eine authentische Markeninszenierung ohne platte Werbung?

Das fängt mit den eigenen KPIs an. Der Kunde muss definieren, was man bewirken will: Soll die Zielgruppe etwas lernen, empfinden oder etwas mitnehmen?

Ein gutes Beispiel: Nike in Paris während der Olympischen Spiele. Dort arbeiteten wir mit lokalen Designern, um sicherzustellen, dass die von uns geschaffene Inszenierung und Atmosphäre wirklich zu Paris passten. Die eigentliche Brand Message war damit in ein charmantes Ambiente verpackt und trotzdem authentisch.

Welche Rolle spielt Technik bei der Markeninszenierung?

Technik ist eigentlich nur ein weiteres Werkzeug als Teil des szenografischen Gesamtkonzepts. Licht, LED, Video, Interaktion – all das hilft, eine eigene Welt zu erschaffen. Die Technik unterstützt das Storytelling, nicht umgekehrt. Moderne LED-Technologie hat natürlich vieles erleichtert, weil sie flexibel ist und neue visuelle Dimensionen ermöglicht.

Wie verbindet ihr vor Ort Sponsoring-Aktivierungen mit digitaler Reichweite?

Meist sind die Fachabteilungen der Kunden stark eingebunden. Wir schaffen Räume und Momente, in denen sich Besucher selbst und mit der Marke präsentieren können und dadurch entstehen automatisch Social-Media-Momente und Reichweite. Oft richten wir vor Ort kleine Studios ein, wo Influencer Content produzieren oder Interviews führen können.

In dem Zusammenhang setzten wir gerne knw. ein. Ein AI basiertes Event Performance Analysetool, welches Besucherströme und Sentiment misst. So können wir genau nachvollziehen, wie sich unsere Gäste im Raum bewegen und auf welche Bereiche sie besonders reagieren. Je mehr Daten du hast, desto gezielter kannst du Emotion, Wirkung und Return on Experience messen und für den nächsten Event optimieren.

Was bedeutet für dich Brand Activation?

Brand Activation ist für mich die Selbstinszenierung einer Marke – zu 90% B2C. Es geht darum, die Marke, das Produkt, die Technologie erlebbar zu machen.

Ein Beispiel: das All-Star Weekend 2025 von Jordan Brand in Oakland. Da wurde die Geschichte der legendären NBA-Schuhe von Michael Jordan erzählt, über 2 Tage lokale Kunst und Musiker präsentiert, pick-up Games gespielt.

Emotional, eindrucksvoll, erlebbar. Das ist Brand Activation: Storytelling, Nähe und Begeisterung.

Oder die Nike Night Runs weltweit – lokal umgesetzt, global gedacht. So baut man eine echte Community auf und stärkt die Brand Equity.

Bei Brands wie Nike ist es ein Potpourri an Stories, die Marken haben unendliche Touchpoints mit den Konsumenten und man denkt nicht nur an eine Geschichte.

Wie misst man den Erfolg solcher Aktivierungen?

Ganz pragmatisch: Kommen die Leute?
Wie stark ist die Partizipation, wie reagieren die Besucher, wie viele teilen ihre Erlebnisse online? Bei Consumer Events kannst du das sehr genau messen – bis hin zum ROI einzelner Produkte und über Zeit gewonnenen Marktanteilen.

Nike hat es in den letzten Jahren geschafft durch klare, authentische Kommunikation wieder tiefer mit einzelnen Communities zu connecten – mit lokal relevanten Aktivierungen, die weltweit wirken. Und dank der Datenanalysen mit knw. können wir heute noch besser verstehen, welche Faktoren diese Erfolge möglich machen.

Du hast unzählige Projekte für Nike umgesetzt – was ist und war dabei deine Rolle?

Früher war ich tief in den Projekten involviert, habe die Projektteams geleitet. Heute sehe ich mich als Qualitätsgarant. Wenn Nike mit satis&fy arbeitet, wissen sie, was sie bekommen: einen hohen Servicestandard, weltweit. Das gilt für eine Ausstellung in Paris genauso wie für einen Activation Hub in New York.

Unser Ziel ist, dass satis&fy bei jedem Nike-Projekt ein Begriff bleibt – für Qualität, Verständnis der Marke und für starke Verbindungen zu allen Stakeholdern.

Was erwartet ein globaler Brand wie Nike von euch?

Ganz einfach: Es darf nichts schiefgehen. Jeder Event ist ein direkter Touchpoint mit der Marke und der muss perfekt sein.
Nike hat extrem hohe Qualitätsansprüche, auch an uns. Das geht bis zum Personal vor Ort, weil auch unser Auftreten nach aussen hin als Teil der Marke gesehen wird.

Und ehrlich gesagt: Wir haben durch die Zusammenarbeit mit Nike selbst viel gelernt – über Markenführung, Haltung und Emotion. Davon profitieren heute auch viele andere unserer Kunden.

Was macht für dich den typischen «Nike Moment» aus?

Wenn du in einen Raum kommst und sofort denkst: «Wow – das ist Nike.»
Es geht um Emotion, um Haptik und dieses Gefühl, Teil von etwas Besonderem zu sein.
Und wenn Athleten und Besucher das spüren, dann haben wir alles richtig gemacht.

Persönliches Fazit

Internationale Events sind komplex, herausfordernd und unglaublich bereichernd. Wer Marken global inszenieren will, muss authentisch bleiben, lokal relevant und datenbasiert arbeiten. Mein Ansatz: die richtigen Teams, das passende Netzwerk und den Mut, innovative Ideen umzusetzen. So entstehen Erlebnisse, die nicht nur beeindrucken, sondern auch messbare Wirkung zeigen – für die Marke, die Community und alle Beteiligten.

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Habegger around the world

Erhalte in unserer Interview-Reihe «Habegger around the world» weitere spannende Einblicke rund um internationale Grossveranstaltungen, Eventtechnik und globale Projektführung. Unsere Experten André Strebel, Project Manager International Large Scale Projects und Christoph Runne, Show Director & Team Leader Show Direction teilen ihre Erfahrungen aus internationalen Projekten – von Sport- und Corporate-Events bis hin zu Opening Ceremonies und Brand Activations weltweit.

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